Über mich

Counsellor, Managerin, Mensch

Bevor ich zurück ans College gegangen bin, um die Ausbildung zum Counsellor zu absolvieren, war ich 15 Jahre lang im wissenschaftlichen Umfeld tätig. Meine berufliche Laufbahn begann in der aktiven Forschung mit einer Promotion in den Biowissenschaften an der Universität Frankfurt am Main. Anschließend wechselte ich in den Bereich der Forschungsförderung an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Wiesbaden.

In dieser Zeit lebte und arbeitete ich in Deutschland, Neuseeland sowie — seit 2015 — im Südwesten Englands. Zuletzt war ich dort mehrere Jahre als Co-Direktorin und Managerin eines großen Forschungszentrums für Metamaterialien sowie dessen nationalem Netzwerk am Fachbereich Physik der University of Exeter (UK) tätig. In dieser Rolle hatte ich das Privileg, Promovierende, Wissenschaftler:innen, Mitarbeitende aus dem wissenschaftsunterstützenden Bereich sowie Industriepartner zu begleiten und so zum Wachstum und zur Stärkung einer lebendigen, kooperativen Community beizutragen.

Parallel dazu gründete und leitete ich ein landesweites nationales Netzwerk für Professional Research Investment and Strategy Managers (PRISMs) im Vereinigten Königreich. Es ist mir nach wie vor eine große Freude zu sehen, wie meine Nachfolgerin und ehemalige Kolleg:innen auf dieser Arbeit aufbauen und die Community weiter stärken, indem sie sich drei zentralen Herausforderungen der Rolle widmen: beruflicher Weiterentwicklung und Karriereperspektiven; Rekrutierung und Arbeitsplatzsicherheit; sowie Anerkennung und dem Gefühl von Zugehörigkeit.

Die Arbeit in leitender Position an der Schnittstelle von Hochschulwesen und Industrie führte zudem zu wichtigen persönlichen Erkenntnissen, die letztlich meinen eigenen beruflichen Wandel anstießen:

  • Unverarbeitete persönliche Lebenskrisen, die Belastung eines fordernden Berufsalltags und zwischenmenschliche Probleme sind am Arbeitsplatz allgegenwärtig. Dazu gehören
    • Beziehungsprobleme im Privatleben,
    • Unstimmigkeiten im Team durch schwierige Kolleg:innen / Vorgesetzte,
    • Stress bis zum Burnout,
    • Isolation und Einsamkeit,
    • Schwierigkeiten mit einschneidenden, (un)geplanten Veränderungen der Lebensumstände wie Umzug, Schwangerschaft, Jobveränderungen oder Todesfälle.
  • Für manche sind solche Herausforderungen von kurzer Dauer und schnell bewältigt, andere hingegen können dadurch langfristig emotional sehr belastet werden. Diese Belastung kann z.B. durch ständige Wut und aggressives Verhalten, Verzweiflung, Stimmungsschwankungen, Verlorenheit, Feststecken, Angst, Trauer, fehlende Selbstbestimmtheit, ein geringes Selbstwertgefühl, depressive Verstimmungen oder auch dauerhaft geringe Motivation und abfallende Leistungsfähigkeit bei der Arbeit zum Ausdruck kommen.
  • Um ein Team gut zu leiten, braucht man Energie und Zeit, sowohl für das Team als Ganzes als auch für die einzelnen Mitglieder. Zufriedene und effiziente Mitarbeiter:innen profitieren von Aufmerksamkeit, Freiraum, Anerkennung, Entwicklungsmöglichkeiten und einem angenehmen Arbeitsumfeld. Als Manager kann man hier im Zwiespalt zwischen Leistungsdruck und (zwischen)menschlichen Problemen stehen.

In meiner damaligen Leitungsposition konnte ich meine Mitarbeiter:innen nur begrenzt unterstützen, denn der Arbeitsalltag mit Termin- und Leistungsdruck musste trotzdem bewältigt werden.  Ich habe daher 2019 beschlossen, den Fokus meiner beruflichen Tätigkeit zu verändern und seither unter anderem die folgenden Weiterbildungsmaßnahmen wahrgenommen:

  • ILM Level 3 Certificate in Leadership and Management
  • Change Management Foundation (APMG International)
  • Advance HE: AURORA (Leadership development initiative for women),
  • Betriebsinterner Kurs zum Thema „Handling challenging conversations“
  • NCEF Award in Counselling Skills and Theory

Dabei wurde mir klar, dass für mich der Mensch immer mehr in den Mittelpunkt meiner Arbeit gerückt ist und ich mehr Zeit in Einzelpersonen und deren individueller Entwicklung investieren wollte.

Ich habe mich daher erfolgreich auf einen Platz für die 2-jährige Ausbildung zum Counsellor („Advanced Professional Diploma in Counselling Theory and Therapeutic Practice“) am Exeter College beworben und diesen mit einer durch den externen Prüfer als „outstanding / ausgezeichnet“ bewerteten Abschlussarbeit abgeschlossen. Der Kurs ist akkreditiert durch die National Counselling and Psychotherapy Society (NCPS) mit dem Lehrschwerpunkt der personenzentrierten Gesprächspsychotherapie und zusätzlichen Lehrmodulen in Verhaltenstherapie (CBT, Cognitive Behavioural Therapy), System der Inneren Familie (IFS, Internal Family Systems) und dem psychodynamischen Ansatz (PDA, psychodynamic approach).

Bis zu meiner Rückkehr nach Sachsen in 2023 arbeitete ich in Exeter mit Klient:innen im Alter von 18 bis 74 Jahre zur Bewältigung ihrer emotionalen Herausforderungen. Während dieser Zeit habe ich zusätzliche Weiterbildungen zur therapeutischen Arbeit online und outdoor abgeschlossen, um dem Bedürfnissen meiner Klient:innen entsprechend die Vielfalt der uns zur Verfügung stehenden therapeutischen Umfelder nutzen zu können.

Heute lebe ich mit meiner Familie sehr glücklich in meiner Wahlheimat Leipzig und freue mich darauf, Sie im Rahmen meiner Arbeit kennenzulernen und unterstützen zu dürfen.